Was ist ein Resistograph?

04. März 2009
Ergebnis einer Messung
mit dem Resistographen

Der Resistograph ist ein Hilfsmittel zum Auffinden und Bewerten lokaler Defektzonen in einem Baumstamm. Er ist eine Bohrmaschine mit einer speziellen Bohrnadel. Die Bohrnadel ist am Kopf etwa 4 mm stark. Während die Nadel rotierend in den Baum vorgetrieben wird, wird der auftretende Widerstand auf einem Meßstreifen 1:1 aufgezeichnet (s. Abbildung). Je geringer der Widerstand beim Bohren ist, desto lockerer ist das Gewebe. So lassen sich Hohlräume, Morschungen, Risse und ähnliche Defekte relativ gut erkennen. Dadurch können z.B. Restwandstärken geschützt werden. Fällt die Messkurve von einem hohen Niveau steil nach unten ab, so können eine weit fortgeschrittene Fäulnis oder gar bestehende Hohlräume vermutet werden.

Der Resistograph ist ein Gerät, das zur speziellen Diagnose genutzt wird. Er wird erst dann eingesetzt, wenn durch die fachlichen Inaugenscheinnahme oder Arbeit mit dem Schonhammer o.ä. Werkzeugen ein begründeter Verdacht auf schwerwiegende Defekte besteht.

Da dem Baum durch den bohrenden Einsatz, kleinere Verletzungen zugefügt werden, ist der Einsatz eines Resistographen genau abzuwägen. Ein leichtfertiger Umgang könnte dem Baum durch Wundinfektion sonst noch eher schaden.