Ein Alleenkonzept für das Alleenland Brandenburg

15.07.2008

Im Jahr 2007 ist von den Kollegen des Sachverständigenbüros Brehm ein Konzept zur Erhaltung und Entwicklung des Alleebaumbestandes in Brandenburg erarbeitet worden.

Das Ziel ist es, langfristig 2.500 km Alleen mit einem Baumbestand zu erhalten.

Im Jahr 2006 existierten in Brandenburg...

  • ca. 2.344 km Alleen,
  • davon 758 km an Bundes- und 1.586 km an Landesstraßen,
  • ca. 883 km einseitige Baumreihen,
  • ca. 1.395 km sonstiges Begleitgrün / Straßenbäume / Feldgehölze und
  • ca. 1.767 km ohne Gehölze.

Etwa 30 Baumarten finden sich hier. Am häufigsten stehen Ahorne (37 %), Linden (16 %) und Eichen (11 %) an den Straßen.

Die meisten der derzeit sichtbaren Alleen sind vor 1945 gepflanzt worden. Viele der Alleebäume sind gezeichnet vom Verkehr. Witterung, die Belastung durch den Verkehr und den Ausbau der Straßen und Streusalze haben der Vitalität und dem Zustand der Bäume stark geschadet, so dass in den kommenden 10 – 15 Jahren verstärkt mit Fällungen zu rechnen ist. Der Pflegeaufwand für Altbäume erhöht sich weiter. Das sehr begrenzte Budget für die Straßenbäume in Brandenburg ermöglicht es leider derzeit nicht, dass gefällte Bäume 1:1 ersetzt werden.

Auf Grund der alten Alleebäume und deren Schäden, ist deshalb zu befürchten, dass Brandenburg das Kulturgut Alleen verschwinden.

Vor diesem Hintergrund ist die Erarbeitung eines Konzeptes zur Erhaltung der Alleen sehr wichtig. Der „Wermutstropfen“ an diesem Konzept ist aber, dass in den kommenden 10 – 20 Jahren mehr Bäume gefällt werden, als nachgepflanzt werden. Denn es sollen pro Jahr nur 30 km Alleen neu gepflanzt werden. Im Jahr 2035 ist mit den geringsten Alleebaumbestand im Alleenland Brandenburg zu rechnen. Dies soll für mind. 40 Jahre gelten. Damit würde langfristig ein Alleenbestand in allen Altersstufen entstehen. Somit sind die entstehenden Aufwendungen für Pflege und Pflanzungen nahezu gleichmäßig über die Jahre verteilt.

Dieser hehre Ansatz ist m.E. aber mit vielen Unsicherheiten versehen. Leider werden politische Entscheidungen all zu schnell kurzfristigen, oft machtpolitischen Interessen geopfert. Und dies ist hier zu befürchten. 40 Jahre sind immerhin 10 Legeslaturperioden. Ferner wird wohl die auch jetzt verbreitete schlechte Angewohnheit, Pflanzstatistiken „schön“ zu rechnen, auch in Zukunft eine Arbeitsmethode sein. Die 30 km werden vielleicht gepflanzt, aber werden sie auch 1+3 Jahre gepflegt, damit sie auch noch nach 5 Jahren vorhanden sind ? Und was ist mit jenen Bäumen, die zwischenzeitlich verschwinden bzw. abgehen?

Na ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Quellen:
Vorträge auf den SVK Seminar im Februar 2008
Artikel in Pro Baum 2007 und 2008 von R. Dellmann und J. Brehm