Probleme mit Mäusen ?
Mäuse auf Produktions-, Grün- und Gartenflächen
Die Schädigungen durch Wühlmäuse nehmen immer mehr zu.
Sie schädigen durch ihre Fraßtätigkeit an Gehölzen, Gemüse und im Rasen immer unterirdisch. Der Verursacher ist meist die große Wühlmaus (Arvicola terrestris) auch Schermaus genannt. Sie sind reine Pflanzenfresser. Die Mauselöcher sind oval und fest. Meist werden flache Hügel aufgeworfen im Gegensatz zu den Kurzschwanzmäusen, die Gänge unter der Grasnarbe oder dem Oberboden wühlen. Die Kurzschwanzmäuse wie Feldmaus, Rötelmaus, Erdmaus schädigen die Pflanzen oberirdisch oder direkt am Erdboden.
Verstärkt treten Mäuse auf Ruderalflächen, nicht bewirtschafteten Äckern und Wiesen auf.
Vorbeugend lassen sich kaum Methoden empfehlen. So hat z.B. das Anpflanzen von Kaiserkronen (Fritillaria imperialis) wenig Erfolg. Erfolgreicher ist dagegen das fördern der natürlichen Gegenspieler sein z.B. Sitzstangen (Julen) für Greifvögel, Unterschlupfmöglichkeiten für Schleiereulen oder Stein- und Reisighaufen für den Hermelin. Als sinnvoll hat sich auch der Einsatz von Drahtgeflechten erwiesen. Um die Gehölze werden Drahtkörbe aus verzinkten Draht mit einer Maschenweite von max. 12 mm mit eingepflanzt.
Der Einsatz von Schallwellen bringt keinen Erfolg.
Um die Tiere aktiv zu bekämpfen können Fallen aufgestellt werden, Giftköder ausgelegt oder die Gangsysteme ausgeräuchert werden.
Die Verwendung von Fallen gilt als die umweltfreundlichste und sicherste Fangmethode. Erfolge sind auch direkt sichtbar. Für die Anwendung stehen verschiedene Fallentypen bereit. Da die Wühlmäuse an der ansteckenden Nagetier- oder Hasenpest (Tularämie) leiden können, sollten bei der Arbeit mindestens Handschuhe getragen werden. Diese Krankheit kann auch auf den Menschen übertragen werden. Sie wird durch das Bakterium Francisella tularensis verursacht. Übertragen werden diese Bakterien durch Ektoparasiten wie Läuse und Flöhe, welche auf den Mäusen leben.
Giftköder bestehen meist aus Zinkphosphid-Präparaten oder Blutgerinnungsmittel, mit den Wirkstoffen Warfarin oder Difenacoum.
Begasungsmittel werden meist auf größeren Flächen eingesetzt. Verwendet werden hier kohlenmonoxidhaltiger Rauch oder Phosphorwasserstoff. Letzteres ist auch für den Menschen giftig.
Für die Bekämpfung von Kurzschwanzmäusen könnten noch andere Mittel verwendet werden. Wirkstoffe hierfür sind wieder das Zinkphosphid und Chlorphacinon. Meist werden hier Köder ausgelegt. Dabei muss beachtet werden, dass diese nicht von Wild, Vögel oder Haustieren aufgenommen werden können.
Anbei eine Liste der im Haus- und Kleingarten und teilweise im Forst und Baumschulen (*) zugelassenen Mittel.
Präparat Wirkstoffe Zulassung
gegen Wühlmäuse
1. Wühlmausköder WUELFELZinkphosphid bis 31.12.09
2. Wühlmausköder Arrex Zinkphosphid bis 31.12.09
3. Rattekal ? plus * Zinkphosphid bis 31.12.03
4. Detia Wühlmausköder Zinkphosphid bis 31.12.03
5. Delu Wühlmausköder Zinkphosphid bis 31.12.03
6. Quiritox Neu Warfarin bis 31.12.12
7. Compo Wühlmaus- Difenacoum, Sulfachinoxalin
und Rattenblock bis 31.12.03
8. frunax-DS Rattenriegel Difenacoum, Sulfachinoxalin
bis 31.12.03
9. Sorexa Festköder Difenacoum, Sulfachinoxalin
bis 31.12.03
10. Ratron Schermausriegel*Difenacoum, Sulfachinoxalin
bis 31.12.03
11. recozit Wühlmausgas Calciumcarbid bis 31.12.03
12. Delu Wühlmausgas Calciumcarbid bis 31.12.11
13. Proniox ? Wühlmausgas Calciumcarbid bis 31.12.09
14. Wühlmaus-Patrone Arrex Begasungsmittel bis 31.12.11
gegen Kurzschwanzmäuse
15. Ratron Feldmausköder * Chlorophacinon bis 31.12.04
16. Ratron Pellets* Chlorophacinon bis 31.12.04
17. Ratron Giftweizen * Zinkphosphid bis 31.12.03
18. Detia Mäuse Giftkörner* Zinkphosphid bis 31.12.03
19. Etisso Mäuse Giftweizen* Zinkphosphid bis 31.12.03
20. Giftweizen Fischar* Zinkphosphid ?
21. Giftweizen Neudorff* Zinkphosphid ?
22. Giftweizen P 140 * Zinkphosphid ?
23. Mäuse Giftweizen* Zinkphosphid bis 31.12.03
24. Mäusegiftweizen Schacht* Zinkphosphid ?
25. Pollux Giftkörner* Zinkphosphid ?
26. Recozit Mäusefeind* Zinkphosphid ?
27. Sagetan Giftweizen* Zinkphosphid bis 31.12.03
28. TOX-Vetyl neu Streup. Warfarin bis 31.12.03
29. Tox-Vetyl neu Fertigköd. Warfarin bis 31.12.06
uvam.
Zulassungen, Gebrauchsanleitungen und Schutzvorschriften sind immer gesondert zu studieren und zu beachten.
Aktuelle Informationen erhalten Sie auch unter der Internetadresse des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.